Hi alle zusammen,
ich habe ja hier seit Eeeeeeeeeeeeeeewigkeiten nicht mehr geschrieben. Dieser Artikel wird wahrscheinlich mein letzter Beitrag meines Au-pair Jahres sein. Ich fliege am 9.8. wieder nach Deutschland und ich wollte euch zum Abschluss einfach noch erzählen was so meine weiteren Pläne sind und was mir so über die Briten dieses Jahr aufgefallen ist.
Ich habe beschlossen Logopädie zu studieren. Das fängt in Deutschland erst mit ner Ausbildung an und dadrauf kann man noch den Bachelor und dann später den Master draufsetzen. Im moment versuche ich aber einen Studienplatz in England zu bekommen. Hier heißt Logopädie ganz anders. Nämlich Speech and Language Therapy (kurz: SALT oder SLT). Hier fängt man gleich mit dem Bachelor an. Da man hier die Studienplätze vergibt bevor die A-Level Ergebnisse raus sind und die A-Level Ergebnisse erst im August rauskommen gibt es etwas das clearing (dt.: räumung) heißt. Das passiert wenn jemand nicht die erforderlichen noten für den Studienplatz hat oder eine andere Uni auswählt und so ihr studienplatz frei wird. dann kann man sich dafür bewerben. Das Datum an dem die A-Level Ergebnisse veröffentlicht werden ist dieses Jahr der 19. August.
So jetzt aber zu den Briten. Ich rede hier generell, aber das heißt noch lange nicht, das alle Briten so sind. Es geht hier nur um die Mehrheit der Briten, die ich getroffen/gesehen habe. (Insgesamt ist es eher nicht zu ernst zu nehmen
)
Briten sind…
… fähig sich 5 Minuten über das Wetter zu unterhalten ohne sich einmal zu wiederholen. Was an der Tatsache liegt, dass man hier am Tag unggefähr so viele verschiedene Wetter abkriegt wie in Deutschland in einem Monat. letzte Woche hab ich mal tatsächlich gezählt wie oft es geregnet hatte bevor ich überhaupt bei HelpingHands angekommen bin (wo ich um 9:30 ankam). Ich bin auf 4 Mal gekommen und zusammengezählt war das wahrscheinlich nur ne halbe Stunde Regen, wenn nicht sogar weniger.
… Weltmeister. Im Entschuldigen. Jemand hat mal gesagt, dass sich Briten dafür entschuldigen wenn jemand ihnen auf den Fuß tritt. Was tatsllich keine Übertreibung ist. So was ähnliches ist mir tatsächlich vorgekommen
… die größten Feinde ihres eigenen Fußballteams. Ich kann schon gar nicht mehr zählen wie viele Englandfans nach dem England-Deutschland Spiel Deutschlandfans geworden sind. Ich habe noch niemand etwas Gutes über das England-team sagen hören.
…immer zu einem schwätzchen aufgelegt. Das finde ich hir besonders toll. Wenn man in Detuschland jemanden anredet, der auf der gleichen Bank sitzt oder auf den gleichen Zug wartet, dann wird man gleich verdächtigt. Hier in England ist das ganz einfach man fängt einfach an sich über den verspäteten Zug zu beschweren.
NUnd schon können sich sehr interessante Gespräche entwickeln.
…immer daran interessiert wie es dir geht. Hello und how are you scheinen Siamesische Zwillinge zu sein. Aber wenn man dann nicht mit einem great, good oder fine antwortet kann man schon sehen wie sie einen Fluchtplan schmieden
…sehr wetterfest. Was es hat schon 20 grad draußen???? Da müssen aber die shorts und t-shirts an sonst kommt man ja bei der Hitze um
Was auch die Gürtel – sry Mini-röcke – im tiefsten Winter erklärt.
… von der deutschen Organisation begeistert. German Precision ist hier tatsächlich so gut wie einfeststehender Begriff.
… nicht daran interessiert ihren Gehweg aufzuräumen. Was als Schwabe echt unerträglich ist. Das hat aber nicht nur ästhetische Gründe. Das kann tatsächlich sehr gefährlich werden. Im Herbst wenn die Blätter fallen und nicht gekehrt werden und es dann regnet wird es besonders glatt. Vor allem wenn es in den Winter übergeht und sich dann so schöner raureif darauf bildet…. und dann das Schnee schippen. Das es nicht gibt. … Ich glaub ihr kriegt einen Eindruck.
…mehr und mehr daran interessiert zu recycling (großer Applaus bitte!). Da tut siich jetzt langsam was. Was ich besonders toll finde, ist, dass man viel weniger nach Plastiktüten frägt und Plastiktüten mehr wiederbenutzt. Das kann natürlich auch daran liegen, dass Solihull eine relativ reiche Stadt ist und deswegen da mehr darauf acht gibt.
…immer noch an Gesellschaftsschichten gebunden. Hier gibt es immer noch die working class, middle class und upper class.
Insgesamt kann ich nur sagen, dass die Zeit hier einfach total cool war und obwohl es manchmal ein wenig herausfordernd war habe ich nie einen Zeitpunkt gehabt wo ich nicht hier sein wollte. Ich finde ich habe mich hier ziemlich verändert. Ich bin selbstbewusster geworden und habe viele neue Sachen (kennen-)gelernt.
Ich wünsche euch alles Gute und Gottes Segen.
Bis bald,
Sarah